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KONFERENZ DER EUROPÄISCHEN RABBINER – STÄRKUNG DES INTERRELIGIÖSEN DIALOGS UND DER ZUSAMMENARBEIT

KONFERENZ DER EUROPÄISCHEN RABBINER – STÄRKUNG DES INTERRELIGIÖSEN DIALOGS UND DER ZUSAMMENARBEIT KONFERENZ DER EUROPÄISCHEN RABBINER – STÄRKUNG DES INTERRELIGIÖSEN DIALOGS UND DER ZUSAMMENARBEIT

Mufti Kobilica hielt einen Vortrag auf dem Seminar der europäischen Rabbiner.

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Der Mufti für Westeuropa, Senaid-ef. Kobilica, hielt auf einem Seminar für europäische Rabbiner, das von der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) organisiert wurde, einen Vortrag. Dabei sprach er über verantwortungsvolle religiöse Führung, die Bedeutung gegenseitigen Vertrauens sowie die Rolle religiöser Gemeinschaften in der modernen europäischen Gesellschaft.


Im Namen der Veranstalter richtete der Geschäftsführer der CER, Gady Gronich, das Wort an die Anwesenden. Er dankte Mufti Kobilica für seine Teilnahme und seinen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der jüdisch-muslimischen Beziehungen in Europa.
Während seines Vortrags betonte Mufti Kobilica, dass Rabbiner und Imame in Europa gemeinsam für die Wahrung der Menschenwürde, der Religionsfreiheit und der gesellschaftlichen Verantwortung eintreten sollten. Er hob hervor, dass die Beziehungen zwischen Juden und Muslimen nicht ausschließlich auf Fragen der Sicherheit, Migration, Integration oder Geopolitik aufgebaut werden können, sondern vor allem auf lebendigen zwischenmenschlichen Beziehungen, institutioneller Zusammenarbeit und der moralischen Verantwortung religiöser Führungspersönlichkeiten beruhen müssen.
Mit Blick auf die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft warnte er davor, dass religiöse Gemeinschaften in Europa häufig durch die Brille der Angst betrachtet würden. Religiöse Führungspersönlichkeiten hätten daher eine besondere Verantwortung, nicht zuzulassen, dass Stereotype, politische Konflikte und extreme Stimmen die echte Begegnung zwischen Menschen ersetzen.
Besonders betonte er, dass das Problem der heutigen Gesellschaft nicht der Glaube an sich sei, sondern eine unverantwortliche Religiosität.
„Ein ernsthafter, tief verwurzelter und moralisch geprägter Glaube führt nicht zu Isolation und Konflikt, sondern zu Verantwortung gegenüber Gott, dem Nächsten und der Gesellschaft“, erklärte Mufti Kobilica.


In Bezug auf die bosnische Erfahrung des Zusammenlebens erinnerte er daran, dass Muslime, Juden, Katholiken und Orthodoxe über Jahrhunderte hinweg in einem gemeinsamen europäischen Raum gelebt haben, wobei sie ihre jeweiligen Identitäten bewahrten und gleichzeitig am gemeinsamen gesellschaftlichen Leben teilnahmen. Er betonte, dass diese Erfahrung zeige, dass religiöse Vielfalt keine neue Erscheinung in Europa sei, sondern ein integraler Bestandteil seiner Geschichte.
Mufti Kobilica verwies zudem auf die gemeinsamen Herausforderungen, denen sich jüdische und muslimische Gemeinschaften in Europa gegenübersehen. Dazu zählen die Erziehung junger Generationen, die Bewahrung der religiösen Identität in einem säkularen Umfeld, der Schutz religiöser Rechte sowie Fragen der Beschneidung und der koscheren bzw. halal-konformen Praxis.
Im abschließenden Teil seiner Rede betonte er, dass der Dialog zu sichtbarer und praktischer Zusammenarbeit führen müsse. Rabbiner und Imame könnten zwar geopolitische Konflikte nicht lösen, wohl aber Vertrauen zwischen Menschen aufbauen und zur Entwicklung einer moralischen Kultur innerhalb ihrer Gemeinschaften beitragen.


„Europa braucht Religionsgemeinschaften, die gegenseitiges Vertrauen fördern“, schloss Mufti Kobilica und unterstrich, dass die Zukunft der jüdisch-muslimischen Beziehungen in hohem Maße von der Qualität lokaler Beziehungen, der Stärke der Institutionen und der Bereitschaft religiöser Führungspersönlichkeiten abhängen werde, Hoffnung, Würde und Verantwortung zu bewahren.

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