Ramadan-Botschaft des Verbandspräsidenten der IGBD


Mit dem Sonnenuntergang beginnt am heutigen Tage (19.07.2012) für die Muslime in unserer Gesellschaft der gelobte Monat Ramadan und somit die Fastenzeit. Der Fastenmonat Ramadan ist eine Zeit der intensiven göttlichen Barmherzigkeit und Vergebung. Eine Zeit des Verzichts im Namen Gottes, aber auch eine Zeit der Hoffnungen und großen Erwartungen. Es ist eine Zeit des Mitfühlens, der Gemeinsamkeit, des Beisammenseins sowie eine Zeit der solidarischen gegenseitigen Unterstützung.

Die Muslime haben zum Fastenmonat Ramadan eine besondere Beziehung. Sie empfinden den Ramadan als Gast, der nach langer Zeit wieder in ihre Mitte und in ihr Zuhause kommt. Auch in diesem Jahr erweist uns Gott wieder die Ehre zu denjenigen zu gehören, die im Rahmen des Ramadan – die universellen Botschaften beachtend – danach streben können, den Sinn des Lebens zu entdecken und zu verwirklichen.

Auch in diesem Jahr eröffnet uns Gott die Tore der Barmherzigkeit des Monats Ramadan, des bedeutendsten Orientierungspunktes für die Seele, um unser Leben leichter und einfacher in die richtigen Bahnen zu lenken. Wir haben daher erneut die Möglichkeit unseren Glauben zu erneuern, uns seelisch nachhaltig zu reinigen.

Wir haben erneut die Möglichkeit Kraft zu sammeln, um uns von allem Schlechten zu befreien, dass die humane und eigenverantwortliche Entwicklung jedes Einzelnen, aber auch der gesamten Gesellschaft behindert.

Auch öffnet uns Gott im Fastenmonat Ramadan besondere Wege, die zur Stärkung unseres Bewusstseins führen, dem Generalschlüssel für unsere – positive – Veränderung. Der Ramadan erweckt in uns das Potential für jeden Menschen Verständnis aufzubringen. Wie sonst zu keiner anderen Zeit, fühlen wir im Ramadan mit unseren Mitmenschen. Barmherzigkeit, Liebe und Fürsorge sind nun oberstes Gebot und beherrschen unsere Gefühlswelt. Ebenso steht im Vordergrund das Teilen mit ihnen, das sie Einschließen. Denn das Fasten ist auch eine Institution der Solidarität.

Das Fasten im Monat Ramadan bedeutet nicht nur Abstinenz üben von Nahrung, Genussmitteln und Getränken. Das Fasten soll den Muslim als Individuum davon abbringen in negativer Art und Weise zu handeln und zu denken. Dabei geht es um die Handlungen und Taten jedes Einzelnen, die sich negativ auf den Einzelnen und sein Umfeld auswirken.

Der Ramadan bietet daher erneut die Möglichkeit von allem abzulassen, dass dazu führt, dass man die Schönheit und den Sinn des Lebens aus den Augen verliert. Die bedeutendste Rolle des Fastens ist daher die Erziehung der Seele, des inneren Befindens, des Bewusstseins und des Verstandes. Mit dem Fasten im Ramadan schaffen wir Kontrollsysteme, die unsere Handlungen unter Kontrolle halten. Das Fasten soll unsere Gefühlswelt, unser Denken, unsere Handlungen und Taten in ausschließlich positive und konstruktive Bahnen lenken, so dass es dem Individuum selbst zu Gute kommt, aber auch dem gesellschaftlichen Umfeld, in dem er lebt und wirkt. Diese Kompetenzen gilt es im Ramadan zu erlernen und nachhaltig umzusetzen.

In der Zeit des Ramadan ist es auch notwendig, uns mit unserer eigenen Originalität und Souveränität auseinanderzusetzen und zu beschäftigen. Denn durch diese Auseinandersetzung werden wir auch die Einzigartigkeit Gottes erkennen.

Es wird uns daher wieder die Möglichkeit geboten uns selbst – und auch andere – von allem zu befreien, was uns in unserer positiven Entwicklung behindert und was dazu führt, dass wir verloren und verstandslos wirken. Der Fastenmonat Ramadan zeigt uns Wege auf und eröffnet diese. Es liegt nun am Maß unserer Selbstverantwortung, ob wir diese Wege gehen.

Wir heißen unseren Gast daher herzlich willkommen und hoffen, dass wir ihm ein guter und angemessener Gastgeber sein werden.

E. Atlagic, Verbandspräsident der IGBD – Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland

Nema komentara.

Upišite komentar