Völkermord-Urteil gegen Karadžić: Erklärung der IGBD

Das UN-Kriegsverbrechertribunal  in Den Haag verurteilte den ehemaligen Serbenführer und ersten Präsidenten der sog. Republika Srpska wegen Vökermord zu insgesamt 40 Jahren Haft.

Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verurteilte den ehemaligen Serbenführer und ersten Präsidenten der sog. Republika Srpska wegen Vökermord zu insgesamt 40 Jahren Haft.

Wiesbaden, 25.03.2016 – Das Kriegsverbrechertribunal der Vereinten Nationen in Den Haag verurteilte am 24.03.2016 den ehemaligen Serbenführer und ersten Präsidenten der sog. Republika Srpska zu insgesamt 40 Jahren Haft. Karadžić wurde des Völkermordes in Srebrenica schuldig gesprochen. Die Richter verurteilten den gebürtigen Montenegriner auch für schwere Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Mord, Ausrottung, Deportationen, Terror und Vertreibung. Opfer waren Bosniaken/bosnische Muslime und Kroaten.

Die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland erklärt hierzu:

Radovan Karadžić sowie seine Helfer und Unterstützer haben schreckliche Kriegsverbrechen zu verantworten – mitten in Europa. Kein Strafmaß kann die Schuld aufwiegen, die er sowie seine Helfer und Unterstützer auf sich geladen haben. Urteil und vor allem Strafmaß können für die Angehörigen und Hinterbliebenen kein Trost sein.

Dennoch begrüßen wir ausdrücklich das am gestrigen Tag gesprochene Urteil und sehen dieses als historisch an, nicht nur für Bosnien-Herzegowina.

Das Urteil ist insbesondere deswegen von großer Bedeutung, weil es mit einer menschenverachtenden und abscheulichen Ideologie und Politik abrechnet. Von großer Bedeutung ist die Feststellung der Richter, dass das Verbrechen des Völkermords von Srebrenica sowie die anderen Verbrechen auf dem gesamten Territorium von Bosnien-Herzegowina von der Armee der bosnischen Serben begangen wurden, deren Oberbefehlshaber Radovan Karadžić war. Die Verbrechen wurden in gemeinsamer verbrecherischer Absicht geplant und schließlich begangen.

Die Tatsache, dass Karadžić vom Anklagepunkt des Völkermordes in den Kommunen Bratunac, Foča, Prijedor, Ključ, Zvornik, Sanski Most und Vlasenica freigesprochen wurde, schmerzt. Vor allem deswegen, weil durch die großserbische Politik der ethnischen Säuberung Zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende dauerhaft vertrieben wurden. Letztendlich gelang es dieser Politik den Grundstein für einen Landesteil in Bosnien und Herzegowina zu legen, der sich auch heute noch als exklusiv serbisch bezeichnet, der ethnisch nahezu gesäubert ist, und in welchem auch heute die wenigen Rückkehrer systematisch diskriminiert werden.

Wir sind uns sicher, dass dieses und andere Urteile zur Stabilität Bosnien-Herzegowinas beitragen werden. Inständig hoffen wir, dass sich auch beim serbischen Volk in Bosnien-Herzegowina und Serbien die Einsicht durchsetzen wird, dass man auf Verbrechen und deren systematischer Leugnung keine Zukunft aufbauen kann.

Nicht zuletzt stellt das Urteil eine ausdrücklich Mahnung an all diejenigen dar, die sich auch in der Gegenwart auf verbrecherische und terroristische Handlungen gegen die Menschlichkeit einlassen.

Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland

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